August 2018   von Heinz Lorenzen
Vom 17. bis zum 26. August waren meine Frau und ich nach Rumänien unter-wegs. Wir sind wieder durch Österreich gefahren und haben für die Strecke drei Tage benötigt. Am 1. Tag haben wir nach 12 ½ Stunden und 1.039 km im Rast-haus in St. Valentin bei Linz übernachtet. Am zweiten Tag sind wir durch Öster-reich und Ungarn nach Rumänien gefahren. Nach wieder 11 ½ Stunden und 813 km haben wir in einer neuen Pension in Ilba, kurz vor Baia Mare, übernachtet. Für die restlichen 325 bis zu unserer Pension in Gura Humorului haben wir weitere 6 ½ Stunden benötigt. Unsere Dolmetscherin wurde von der ganzen Familie, ein-schließlich der Großmutter, nach Gura Humorului gebracht.

Am Montag brachten wir zunächst die erhaltene medizinische Spende zur Ärztin, die die medizinische Versorgung von Berchisesti und den umliegenden Dörfern in der Etage unter der Gemeindeverwaltung durchführt.

Danach gingen wir eine Etage höher und sprachen mit der Bürgermeisterin. So-lange sie es erreichen kann, wird die Schule nicht geschlossen. Die Räume sind so gut modernisiert, dass es schade wäre, die Schule zu schließen. Die Bürger-meisterin hat sich bei der Schulleiterin erkundigt, wann sie in der Schule sei. Schließlich sind Ferien und die Schulleiterin nicht jeden Tag in der Schule. Wir haben einen Termin für Mittwoch 10.00 Uhr vereinbart.

Von der Mitarbeiterin des Sozialamtes haben wir den Schlüssel zum Gemeinde-zentrum in Corlata erhalten. Sie wird uns am Dienstag ab 10.00 Uhr helfen.

Dann fuhren wir nach Corlata zum Gemeindezentrum. Durch Starkregen im Juli hatte es einen Erdrutsch gegeben und die halbe Straße vor dem Gemeindezent-rum war weggebrochen. Der restliche Montag verging mit dem Aufteilen der mit-gebrachten Bekleidung nach Größen.

Am Dienstag haben wir mit Hilfe der Mitarbeiterin des Sozialamtes die Bekleidung und das Spielzeug aufgeteilt. Da wir nicht so viel Bekleidungsspenden bekommen haben wie in den Jahren zuvor, hat die Mitarbeiterin des Sozialamtes die 34 ärmsten Familien ausgesucht. Sie erhielten 43 Beutel.

Auf dem Rückweg besuchten wir den stellvertretenden Bürgermeister in seinem Kiosk. Er war überrascht und sehr erfreut uns zu sehen. Außer der Beseitigung des Schadens an der Straße vor dem Gemeindezentrum und weiteren geplanten Straßenbaumaßnahmen wusste er nichts Neues aus Corlata zu berichten.

Am Mittwoch holten wir die Lehrerin in Gura Humorului ab und fuhren zunächst zur Schule in Berchisesti.

Dort wurden wir von der Schulleiterin begrüßt. Zunächst fragten wir, wofür sie das Dokument benötigten, das belegte, dass wir die Schule in Corlata finanziell unter-stützen. Das Dokument war vom Schulinspektorat gewünscht worden. Hat aber keine Auswirkung auf eine Schließung der Schule. Die Schule wird noch viele Jahre bestehen. Es gibt noch viele kleine Schulen in Rumänien. Wünsche für die Schule in Corlata hatte sie nicht. Es gibt aber ein Problem mit der Wärme in der Schule im Winter. Da nachts häufig der Strom ausfällt, kann der Heizkessel nicht über Nacht betrieben werden. Der Kessel wird um 06.00 Uhr angeheizt und dann wird es in der Schule und im Kindergarten nicht ausreichend warm. Da der Heizer nur eine Arbeitszeit von zwei Stunden am Tag hat, können wir leider bei der Lö-sung des Problems nicht helfen.

Nach dem Gespräch mit der Schulleiterin fuhren wir zur Schule nach Corlata und brachten die aus Deutschland mitgebrachten Tuschkästen, Bundstifte, Filzstifte, Kugelschreiber, Knete, Fußbälle, farbiges Bastelpapier, farbiges Druckerpapier und Puzzel zur Schule.

Nur eine Lehrerin begleitete uns nach Suceava, da es eine neue Lehrkraft und wahrscheinlich eine neue Kindergärtnerin geben sollte und noch nicht bekannt war, wer das sein würde. In der Metro kauften wir weiteres Material für die Schu-le. Auch in der Buchhandlung wurde gegenüber den letzten Jahren wenig eingekauft. Die Lehrerin wollte für Vorschule und 1. Schuljahr jeweils nur ein Heft kau-fen und dann die erforderliche Stückzahl kopieren. Wir haben sie gebeten, die erforderliche Stückzahl zu kaufen, da das Kopieren teurer würde (Papier, Toner und Abnutzung und Reparatur des Kopierers, der wieder defekt war).

Dann ging es zurück nach Corlata um das gekaufte Material zur Schule zu brin-gen und weiter nach Gura Humorului, wo wir uns von der Lehrerin verabschiede-ten. Sie bedankte sich herzlich für die Unterstützung.

Am Donnerstag fuhren wir erneut nach Corlata und haben die Familien aufge-sucht, deren Kinder studieren. Da wir vormittags nicht alle angetroffen haben, sind wir am Nachmittag noch einmal nach Corlata gefahren. Insgesamt haben wir acht Studienbeihilfen und zwei Ausbildungsbeihilfen für Lyceumbesucher vergeben.

Freitagmorgen machten wir uns nach dem Frühstück wieder auf den Heimweg. Unsere Dolmetscherin haben wir bis Bistrita mitgenommen, wo sie schon von ih-rem Vater erwartet wurde. Nach 9 ¼ Stunden Fahrt übernachteten wir in einem Hotel kurz vor der Grenze nach Ungarn. Am Sonnabend haben wir eine "Fünf-Länder-Fahrt absolviert. An der rumänisch-ungarischen Grenze hatten wir eine Wartezeit von 1 ¾ Stunden. Um die zu erwartende langen Wartezeit bei der Ein-reise von Österreich nach Deutschland zu vermeiden sind wir durch die Slowakei und Tschechei gefahren und haben in Heidenau bei Dresden übernachtet. Am Sonntag sind wir spät nachmittags wohl behalten wieder zu Hause angekommen.