August 2015   von Heinz Lorenzen
21. - 23. August

Am 21.08. haben meine Frau und ich uns früh am Morgen auf den ca. 2 200 km langen Weg nach Gura Humorului gemacht. Unser Auto war wieder vollgeladen mit Material für Schule und Kindergarten, Kinderbekleidung, Schuhe, Puzzle, Spiele, und Spielzeug. Nach Zwischenstationen in St. Valentin in Österreich und Livada bei Satu Mare in Rumänien sind wir am späten Nachmittag des 23. August in unserer Pension in Gura Humorului angekommen. Bald nach uns traf auch unsere neue Dolmetscherin, Cristina Holom aus Dumbraveni bei Sighisoara ein, die in diesem Jahr mit ihrem Vater und ihrer Schwester selbst an-gereist war.

24. August, Montag

Am Morgen fuhren wir drei zur Gemeindeverwaltung in Berchisesti. Dort trafen wir den stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Hogea an, der in Corlata wohnt. Die Bürgermeisterin, Frau Taran, war in Urlaub. Herr Hogea berichtete uns, dass es Probleme mit der Hauswasseranlage in der Schule in Corlata gebe, die aber bis zum Schulbeginn behoben würden. Mit einem weiteren Mitarbeiter der Gemeinde fuhren Herr Hogea und wir dann weiter zum Gemeindezentrum in Corlata. Gemeinsam haben wir das Auto ausgeladen. Herr Hogea und der Mitarbeiter der Gemeinde haben uns noch einige Tische aufgestellt und uns dann wieder verlassen. Cristina, meine Frau und ich sortierten die mitgebrachte Kinderbekleidung nach Bekleidungsart und Größe.

25. August, Dienstag

Mit Frau Obada vom Sozialamt der Gemeinde in Berchisesti haben wir für über 50 Familien Beutel mit Bekleidung, Schuhen, Puppen, Spielzeug und Süßigkeiten gepackt und zu den Familien gebracht. Den kleineren Kindern haben wir Plüschtiere geschenkt und sind mit strahlenden Kinderaugen belohnt worden.

Zwischendurch haben wir uns bei Frau Obada mit einem Glas Apfelsaft erfrischt. An diesem Tag erfuhren wir von Herrn Hogea, dass der Priester nicht mehr in Corlata wohnt und nur noch alle 14 Tage zum Gottesdienst kommt.

Nachdem wir uns bei Frau Obada für ihre Hilfe bedankt und uns von ihr verab-schiedet haben, besuchten wir noch eine Familie, die wir mit einer Studienbeihilfe unterstützt hatten. Da der Sohn weiter studiert, haben wir die Familie auch für das Studienjahr 2015/16 unterstützt.



26. August, Mittwoch

Wir haben Frau Bilan, eine der Lehrerinnen in Berchisesti abgeholt. Dabei trafen wir auch die Schulleiterin, Frau Varvaroi. Nach einem kurzen Gespräch haben wir uns mit ihr für den nächsten Vormittag in der Schule in Berchisesti verabredet. Mit Frau Bilan fuhren wir zunächst zur Schule nach Corlata um die Sachen, die wir für die Schule und den Kindergarten aus Deutschland mitgebracht hatten, auszuladen. Danach fuhren wir weiter in die Kreisstadt Suceava um in der Metro und in einer Buchhandlung weiteren Bedarf für Schule und Kindergarten nach einer Wunschliste, die die Lehrerinnen und die Kindergärtnerin erstellt hatten, bedarfsgerecht einzukaufen. In der Buchhandlung fanden wir auch 32 Bücher für die Schulbücherei. Es gibt mit jedem Jahr zunehmend jetzt auch Bücher mit großer Schrift für die Erstleser in der Grundschule. Auf dem Rückweg haben wir zunächst Frau Bilan nach Hause gefahren und sind dann zu unserer Pension gefahren.

27. August, Donnerstag

Am Vormittag fuhren wir zur Schule in Berchisesti. Dort erwartete uns bereits die Schulleiterin. Bei dem Gespräch erfuhren wir, dass die Schule in Corlata nur noch besteht, weil die Bürgermeisterin darauf bestand. Wegen der geringen Schülerzahl müsste die Schule geschlossen werden und die Kinder die Schule in Berchisesti besuchen. Die Schließung drohe weiterhin, wenn der neue Bildungsminister die Mindestschülerzahl weiter anhebt. Die Schulleiterin bedankte sich erneut für unser Engagement in Corlata. Die Schule dort ist besser ausgestattet als die Schule in Berchisesti.
Danach fuhren wir weiter nach Corlata, um den Einkauf vom Vortag zur Schule zu bringen. Der Hausmeister wartete bereits und hat uns die Türen geöffnet.
Anschließend machten wir uns erneut auf den Weg nach Suceava um verschie-den große Gymnastikreifen, Springseile und Bälle für den Sportunterricht und kleinere Bälle für den Kindergarten zu besorgen.
Telefonisch wurde die Firma Pronova Smart beauftragt, bei Schulbeginn das Multifunktionsgerät in der Schule in Corlata zu warten und die leeren Toner-Kartuschen aufzufüllen. Im Vorjahr hatten sie uns mitgeteilt, dass es trotz der Entfernung von 30 km billiger wird die Kartuschen aufzufüllen als neue zu kaufen. Auf Nachfrage erfuhren wir später, dass neue Kartuschen aber eine höhere Leistung haben, so dass es doch nicht billiger wird. So haben wir letztendlich doch neue Kartuschen gekauft.
Auf dem Rückweg besuchten wir eine weitere Familie in Corlata um sie mit einer Studienbeihilfe zu unterstützen.

28. August, Freitag

Erneut besuchen wir die Schulleiterin in Berchisesti, da sie für ihre Unterlagen Kopien der Rechnungen der von uns für Schule und Kindergarten gekauften Sachen benötigte.
Anschließend ging unsere Fahrt ein letztes Mal in diesem Jahr nach Corlata um den Einkauf vom Vortag zur Schule zu bringen. Diesmal hat uns Herr Hogea, der von der Schulleiterin informiert worden war, die Schule aufgeschlossen. Vor der Schule fehlten leider noch Verkehrsschilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung, die bereits im letzten Jahr angekündigt waren. Herr Hogea hat uns erzählt, dass die Schilder demnächst von der Gemeinde aufgestellt werden.
Als nächstes größeres Projekt schlugen wir die Errichtung eines Sportplatzes in einfacher Form vor (Boden planieren, Gras aussäen, Tore aus Holz). Die im Vor-jahr von der Gemeinde gewünschte Ausführung mit Betonuntergrund, Kunstrasen, Aluminiumtore und vier Meter hohem Zaun übersteigt unsere finanzielle Leistungsfähigkeit. Herr Hogea schlug als Standpunkt das Dorfzentrum vor, damit der Platz nicht nur für den Schulsport, sondern auch sonst von den Kindern genutzt werden kann. Wir werden einen Kostenvoranschlag erhalten.
Wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Jahr.
30. August – 01. September

Früh am Sonnabendmorgen haben meine Frau und ich uns auf die lange Heimreise gemacht. Cristina, unsere Dolmetscherin, haben wir bis Bistrita mitgenommen, wo sie von ihrer Familie abgeholt wurde. Am Montag sind Christel und ich dann am späten Nachmittag wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.