September 2013   von Julian von Borries
21. – 22. September

Nachdem unsere eigentlich für August geplante Rumänien-Reise aufgrund einer Handgelenksverletzung von Christel kurzfristig verschoben werden musste, machten sich in diesem Jahr der 1. Vorsitzende Heinz zusammen mit dem 2. Vorsitzenden Julian auf den Weg nach Corlata. Um die Strecke abzukürzen und damit je Strecke einen ganzen Reisetag einzusparen, wählten wir zum ersten Mal eine Route über Tschechien, Slowakei und Ungarn. Am ersten Reisetag erreichtern wir nach 1300 Kilometern und fast 15 Stunden unser Etappenziel Gödöllö, einem kleinen Ort in der Nähe der ungarischen Hauptstadt Budapest. Am nächsten Morgen saßen wir bereits um 8:00h wieder im Auto, lag doch der beschwerlichere Teil unserer Reise noch vor uns – die Straßenverhältnisse abseits der Autobahnen ließen nur ein sehr gemäßigtes Tempo zu. Gegen 20:00h erreichten wir nach weiteren 640 Kilometern unsere Pension in Gura Humorului. Dort wurden wir bereits von unserer Dolmetscherin Simona erwartet. Sie wurde auch in diesem Jahr von ihrem Freund Rares begleitet, der uns vor Ort tatkräftig unterstützte.

Um die Strecke abzukürzen und damit je Strecke einen ganzen Reisetag einzusparen, wählten wir zum ersten Mal eine Route über Tschechien, Slowakei und Ungarn. Am ersten Reisetag erreichtern wir nach 1300 Kilometern und fast 15 Stunden unser Etappenziel Gödöllö, einem kleinen Ort in der Nähe der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Am nächsten Morgen saßen wir bereits um 8:00h wieder im Auto, lag doch der beschwerlichere Teil unserer Reise noch vor uns – die Straßenverhältnisse abseits der Autobahnen ließen nur ein sehr gemäßigtes Tempo zu. Gegen 20:00h erreichten wir nach weiteren 640 Kilometern unsere Pension in Gura Humorului. Dort wurden wir bereits von unserer Dolmetscherin Simona erwartet. Sie wurde auch in diesem Jahr von ihrem Freund Rares begleitet, der uns vor Ort tatkräftig unterstützte.

23. September

Nach einem kräftigen Frühstück machten wir uns zum ersten Mal auf den Weg nach Corlata. Dort hatten wir uns bereits vorab den großen Saal des Gemeinde- und Kulturzentrums reserviert, um nicht den bereits laufenden Unterrichtsbetrieb in der Schule zu stören – schließlich hatten wir, wie in jedem Jahr, unser Auto bis in den letzten Winkel mit Kinderkleidung bepackt, die darauf wartete ausgepackt und nach Größen sortiert zu werden.

Damit verbrachten wir, tatkräftig unterstützt von Frau Marcica Obada vom zuständigen Sozialamt, den Vormittag.

Rechtzeitig zum Schulschluss besuchten wir gegen Mittag die Schule, um das mitgebrachte Material abzuliefern:
Der Kindergarten erhielt mehrere Großpackungen Knete, Buntstifte, Malhefte, Tuschkästen, buntes Bastelpapier, Spiele, Puzzle sowie eine Puppe mit mehreren Garnituren von fleißigen Händen in Deutschland gefertigter Puppenkleidung.

Auch für die Schule hatten wir Tuschkästen und Buntstifte im Gepäck. Weiterhin übergaben wir größere Mengen an Bastelpapier in A3 und A4. Neue Toner-Kartuschen für den Multifunktionsdrucker, 2 Glockenspiele für den Musikunterricht und Handtücher für den Sanitärbereich rundeten unsere diesjährige Lieferung ab.

Am Nachmittag unternahmen wir zwei Versuche, Ausbildungsbeihilfen zu überreichen – leider erfolglos, da auf Grund der stabilen Wetterlage das Einbringen der Ernte Vorrang hatte. Auf unserem Weg durch Corlata wurden wir von vielen Einwohnern herzlich begrüßt und über die neuesten Entwicklungen in Corlata informiert:
Corlata verfügt seit vergangenem Jahr über einen kleinen Spielplatz in der Mitte des Dorfes mit 2 Doppelschaukeln und 2 Wippen. Er wird intensiv genutzt!

Auch wirtschaftlich sind kleine Fortschritte zu erkennen. Eine kleine Mosterei am Ortsrand steht kurz vor der Fertigstellung und soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden – sie ermöglicht den Landwirten einen kleinen Zuverdienst durch die Anlieferung von Obst. Außerdem sind erste Baumaßnahmen für ein kleines Ferien-Resort angelaufen. Allerdings wird es bis zur Fertigstellung der Anlage sicherlich eine Reihe von Jahren dauern, da der Investor die gesamte Anlage aus laufenden Erträgen anderer Projekte und, wegen des in Rumänien sehr hohen Zinsniveaus, ohne Kredite finanzieren wird.

Die Planung mehrerer Windkraftanlagen auf dem Hügel zwischen Corlata und Berchisesti verheißt zumindest mittelfristig steigende Gewerbesteuereinnahmen.

Am Abend teilten wir die mitgebrachten Süßigkeiten auf über 100 Beutel auf, die wir in den nächsten Tagen in der Schule und dem Kindergarten sowie bei der Austeilung der Kinderkleidung verteilen wollten.

24. Septeber

Den gesamten Vormittag verbrachten wir mit der Aufteilung der Kinderkleidung: Angeleitet von Frau Marcica Obada, die freundlicherweise schon vorab die notwendigen Größen-Informationen zusammengestellt hatte, stellten wir für die bedürftige Familien Beutel mit passender Kinderkleidung zusammen. 47 Familien mit zum Teil mehreren Kindern - das ergab am Ende 68 prall gefüllte Beutel! Jeder Beutel wurde dann noch um etwas Spielzeug und eine Tüte mit Süßigkeiten ergänzt.

Auch der Nachmittag verging beim Abliefern der Beutel wie im Fluge, mussten wir doch immer wieder zum Kultur- und Gemeindezentrum zurückkehren um Nachschub zu holen.

25. September

Nach einem Zwischenstopp zum Geldwechseln bei einer Bank in Gura Humorului fuhren wir erneut nach Corlata. Dort verteilten wir bei dem vorgezogenen Schulschluss Süßigkeiten an alle Schul- und Kindergartenkinder. Anschließend demontierten wir in den Klassenräumen und dem Kindergarten die alten, schon sehr in die Jahre gekommenen Tafeln. Damit schafften wir Platz für die gegen Mittag erwartete Anlieferung moderner Tafeln.

Am Nachmittag konnten wir, angeleitet und unterstützt von einem Monteur des Tafel-Lieferanten, in einem wahren Kraftakt beide Klassenräume mit jeweils 2 höhenverstellbaren Tafeln ausstatten. Damit ist es nun endlich für die Schüler möglich, an der Tafel zu schreiben ohne auf einen Stuhl steigen zu müssen. Auch für die Lehrkräfte ist damit endlich ein ergonomisches Schreiben an der Tafel möglich. Im Verlauf der Woche sollten wir noch in Erfahrung bringen, dass Corlata damit als einzige Schule weit und breit über eine solche Ausstattung verfügt!

Auch der Kindergarten wurde mit einer neuen Tafel ausgestattet, allerdings montierten wir dort nach Absprache mit der Erzieherin eine feste Tafel, da sie ausschließlich von den Kindern verwendet werden soll.

Nach Abschluss der Montagearbeiten konnten wir abends noch Ausbildungsbeihilfen an zwei Schüler einer weiterführenden Schule sowie einen Studenten (Management und Wirtschaftsinformatik) übergeben.

26. September

Nach einem Gespräch mit den Lehrern am Vortag war bekannt, dass eine Reihe wichtiger Schulbücher nicht in ausreichender Stückzahl zur Verfügung standen. Daher machten wir auf dem Weg nach Corlata Zwischenstation bei einer Buchhandlung in Gura Humorului, um schon vor unserer Fahrt in die Kreisstadt sämtliche vor Ort verfügbaren Ausgaben der fehlenden Bücher einzukaufen. Die fehlende Anzahl konnten wir in der Zentrale der Buchhandlung in Suceava zur Abholung am Nachmittag reservieren.

Anschließend fuhren wir nach Brechisesti, um uns dort mit der auch für Corlata zuständigen Schulleiterin zu treffen. Nach einer Besichtigung des neuen Schulgebäudes in Berchisesti konnten wir in einem Gespräch weitere Wünsche der Lehrer für die Schule in Corlata sowie dringend notwendige Unterstützung erörtern. An diesem Gespräch nahm auch der stellvertretende Bürgermeister Herr Hogea teil.

Die Wunschliste umfasste neben den uns bereits bekannten fehlenden Schulbüchern vor allem eine Grundausstattung an besonderen Lehrmitteln für die neu eingerichtete Vorschulklasse. Auch magnetische Zahlen und Buchstaben sowie kleinere Musikinstrumente wurden genannt. Für die Zukunft wurde auch über die Einrichtung eines Sportplatzes gesprochen, allerdings sind dazu zunächst genauere Planungen notwendig, die im Winterhalbjahr in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat vorgenommen werden sollen.

In diesem Gespräch wurde uns ein besonders dringendes Anliegen vorgetragen:
Die Zentralheizung der Schule in Corlata war bereits zum Ende des vergangenen Winters trotz eines in der Zwischenzeit angebrachten Vollwärmeschutzes nicht mehr in der Lage, die Schulräume auf die sonst üblichen Temperaturen zu bringen. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Heizungs-Installateur der Firma Romstal konnten wir bereits für den nächsten Tag einen Vor-Ort-Termin vereinbaren.

Anschließend fuhren wir gemeinsam mit einer Lehrerin, ausgestattet mit einer langen Einkaufsliste, nach Suceava. Dort besorgten wir bei der Metro weiteres Kreativ- und Bastelmaterial, stapelweise Schulhefte sowie einige Spiele für die Spielothek.

In der Zentrale der Buchhandlung kauften wir neben den bereits bestellten Schulbüchern die benötigten Lehrmittel für die Vorschulklasse. Außerdem konnten wir aus einer zweckgebundenen Spende eine ganze Reihe neuer Bücher für die Leihbibliothek anschaffen. Auch konnten eine ganze Reihe zerlesener Bücher der Leihbibliothek ersetzt und weitere Spiele für die Spielothek eingepackt werden.

27. September

Bereits um 8:00h trafen wir uns mit zwei Installateuren der Firma Romstal in Corlata. Eine umfassende Inspektion der Heizungsanlage ergab folgendes:
1. Der Heizkessel benötigt eine umfassende Reinigung.
2. Die im Zuge des Heizungseinbaus gelieferten Reinigungswerkzeuge sind inzwischen so stark abgenutzt, dass sie ersetzt werden müssen. Nur so kann eine gründliche regelmäßige Reinigung erfolgen.
3. Die Konzentration des Frostschutzmittels im Heizungskreislauf ist inzwischen so niedrig, dass ein Schutz vor dem Einfrieren nicht mehr gegeben ist.
4. Der im Zuge des Heizungsneubaus errichtete Schornstein wurde aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen ca. 2m zu kurz gebaut – vermutlich um das Fällen eines alten Baumes, dessen Krone über den Schornstein reicht, zu vermeiden. Dadurch zieht der Schornstein nicht genügend und kann eine effektive und umweltschonende Verbrennung des Brennmarerials nicht gewährleisten. Da eine Verlängerung des vorhandenen Eisenschornsteins nicht möglich erscheint, wird die Errichtung eines neuen Schornsteins dringend empfohlen. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, den o. a. alten Baum zu fällen – dieser würde allerdings dem Anlegen eines Sportplatzes sowieso im Wege stehen.

Die Firma Romstal wird beauftragt, umgehend eine umfassende Reinigung der Heizungsanlage durchzuführen und Frostschutzmittel aufzufüllen. Weiterhin werden neue Reinigungswerkzeuge bestellt.

Ein Angebot für einen neuen Schornstein wird für die darauffolgende Woche zugesagt.

Am Mittag konnten wir noch ein Gespräch mit der Gemeindeverwaltung führen und sie über unsere diesjährigen Erfolge unterrichten. Auch hier fand ein Gedankenaustausch über eine Liste zukünftiger Projekte statt. Diese wurde um Zuschüsse zu bisher nicht finanzierbaren Klassenausflügen erweitert.

28. – 29. September

Froh über das Erreichte und betrübt über die nicht geklärte Modifikation der Heizungsanlage machten wir uns wieder auf die Rückreise. Ein enger Kontakt nach Corlata, unterstützt durch unsere Dolmetscherin Simona, wird es uns hoffentlich auch von Ferne erlauben, die vollständige Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage vor Wintereinbruch zu gewährleisten.
Nachtrag:

Das Angebot für die Errichtung eines neuen Schornsteins liegt bereits vor, sprengt jedoch unseren finanziellen Spielraum des laufenden Jahres. Auch der Haushalt der Gemeinde Corlata/Berchisesti gibt die benötigten Mittel nicht mehr her, so dass dieses Projekt leider auf das kommende Jahr verschoben werden muss. Wir hoffen also auf einen milden Winter, um den Kindern eine Rückkehr zur „Kleiderordnung aus den Zeiten der alten Kachelöfen“ bei besonders tiefen Außentemperaturen zu ersparen.