August 2011   von Heinz Lorenzen

18. - 20. August

Am 18.08. haben meine Frau und ich uns früh am Morgen auf den ca. 2 200 km langen Weg nach Manastirea Humorolui gemacht. Nach Zwischenstationen in St. Valentin in Österreich und Lugasu de Jos in Rumänien haben wir am 20. August unsere Dolmetscherin, Simona Cimpoca aus Sibiu, in Cluj-Napoca abgeholt und sind am späten Nachmittag in Manastirea Humorului angekommen. Unsere Unterkunft war wie in den Vorjahren die Pension „Casa Buburuzan“. 21. August, Sonntag

Bei der Schule in Corlata wartete bereits der Hausmeister auf uns, der das Schul-gebäude bereits aufgeschlossen hatte. Wir staunten nicht schlecht, wie sich die Schule verändert hatte. Das neue Dach war fertig gedeckt, die Räume hatten neue Fußböden und Laminat bekommen, im gesamten Gebäude war die Elektroinstallation erneuert worden, im Lehrerzimmer und dem einen Klassenraum waren die Decken und Wände neu verputzt worden, das zweite Klassenzimmer war in Arbeit und auch die Flure und der Kindergartenraum sollten noch folgen. Gemeinsam haben wir das Auto ausgeladen. Das mitgebrachte Material für Schule und Kindergarten brachten wir in das Lehrerzimmer, die Beutel mit Kinderbekleidung, Stiefeln, Schuhen, Sandalen, Plüschtieren und Autos in einen Klassenraum. Dort räumten wir erst einmal die Tische und Stühle um. Danach leerten meine Frau, unsere Dolmetscherin und ich die Beutel und sortierten die mitgebrachte Kinderbekleidung auf die Schultische.

22. August, Montag

Frau Marcica vom Sozialamt der Gemeinde in Berchisesti hatte schon in der Schule auf uns gewartet und so konnten wir gleich anfangen, die Beutel zu packen. Die Frau vom Hausmeister und ihre Tochter waren noch dazu gekommen und so waren wir nach ca. vier Stunden fertig mit dem Aufteilen der Bekleidung und der Schuhe. Für die kleinen Mädchen steckten wir Puppen mit je einer Garnitur gestrickter und genähter Bekleidung in die Beutel, für die kleinen Jungen Autos. Das Verteilen der Beutel auf circa fünfzig Familien dauerte Dank der Ortskenntnisse von Frau Marcica weitere drei Stunden, so dass wir am Ende des Tages wieder wussten, was wir getan hatten.

23. August, Dienstag

Simona hat bei der Bürgermeisterin, Frau Taran, angerufen, um zu erfragen ob diese für uns Zeit hätte. Da sie ab 10.00 Uhr einen Termin hatte, haben wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zur Gemeindeverwaltung von Berchisesti, die auch für das Dorf Corlata zuständig ist, gemacht. Wir haben Frau Taran erzählt, dass wir uns über die positive Veränderung der Schule sehr gefreut haben. Wir wollten gerne mit den neuen Lehrerinnen sprechen und haben von Frau Taran die Namen erfahren. Eine Lehrerin wohnt in Berchisesti, die zweite in Capu Codrului. Durch den Ort fahren wir immer, bevor wir nach Berchisesti kommen.
Dann kamen wir auf die Lampen zu sprechen. Frau Taran sagte uns, dass der Hausmeister einen Fachmann aus Corlata wüsste, der uns bei der Auswahl beraten könnte. Mit dem Handy hat sie mit dem Hausmeister darüber gesprochen. Dieser hat dann zurückgerufen um uns mitzuteilen, dass er mit dem Fachmann einen Termin für den gleichen Tag um 15.00 Uhr bei der Schule in Corlata vereinbart hatte.
Nach der Verabschiedung von Frau Taran (inzwischen war es weit nach 10.00 Uhr geworden) begleitete uns ein Angestellter der Gemeindeverwaltung zu dem Haus der Lehrerin in Berchisesti.

Diese war mit ihrem Ehemann nach Suceava gefahren und telefonisch nicht zu erreichen. Von der Mutter erhielten wir die Handy-Nummer. Daraufhin fuhren wir erst mal wieder zu unserer Unterkunft.
Kaum dort angekommen, erhielt Simona einen Anruf, in dem die Lehrerin mitteilte, dass sie in der Schule in Corlata sei und uns dort nicht angetroffen habe. So machten wir uns sofort wieder auf den Weg. Simona hat vorher die andere Lehrerin angerufen, um ihr mitzuteilen, dass wir sie gerne kennenlernen würden. Wenn sie Zeit hätte, würden wir sie in Capu Codrului abholen. Die Zeit, die sie benötigte, um sich fertig zu machen, deckte sich mit unserer Fahrzeit nach Capu Codrului, so dass sie schon an der Straße wartete, als wir dort ankamen.
Beide Lehrerinnen sind jung (um die dreißig) und haben selbst Kinder. Sie schienen uns sehr motiviert. Die Materialien, die wir mitgebracht hatten, fanden sie sehr gut. Dabei waren zwei Zirkel, drei Lineale und drei Dreiecke für die Tafeln. Sie würden uns auch gerne zur Metro begleiten und werden eine Liste der benötigten Sachen fertigen. Den Termin werden wir telefonisch vereinbaren.
Die Bücherei wird jetzt sehr stark genutzt. Zeitweise bilden sich richtige Warte-schlangen. Ein Junge ist für die Ausgabe und Rückgabe zuständig. Da man inzwischen vielen Büchern die starke Nutzung ansieht, haben wir die Lehrerinnen gebeten, bis zum nächsten Jahr aufzuschreiben, welche Bücher erneuert werden sollen und welche zusätzlich angeschafft werden sollten.
Auch die Idee mit der Spielothek fanden beide gut, da die meisten Kinder zu Hause keine Spiele haben.
Somit haben wir schon unsere Projekte für nächstes Jahr: Schulbücherei und Spielothek, wobei wir auch bei der Spielothek gerne die Hilfe der Lehrerinnen annehmen werden.
Leider konnte der Elektriker den Termin um 15.00 Uhr nicht wahrnehmen, weil er einen Kabelfehler beseitigen musste und sein Chef ihn nicht freistellte. Der Hausmeister kannte noch einen anderen Fachmann (seinen Nachbarn), der konnte allerdings nur am Donnerstag um 8.00 Uhr kommen.

24. August, Mittwoch

Für die Fahrt zur Metro vereinbarten wir mit den Lehrerinnen einen Termin für den Nachmittag.
Um 14.00 Uhr holten wir die Lehrerinnen ab und fuhren mit Ihnen zur Metro. Die Lehrerinnen hatten eine (Wunsch-) Liste angefertigt und so konnten wir das Material für Schule und Kindergarten bedarfsgerecht einkaufen.


25. August, Donnerstag

Um 8.00 Uhr haben wir den Elektriker am Ortseingang von Corlata abgeholt und sind mit ihm zur Schule gefahren. Dort haben wir uns über die Lampen, die Größe und Stückzahl usw. beraten lassen.
Nach dem Beratungsgespräch haben wir das Material, das wir am Vortag bei der Metro gekauft hatten, in das Lehrerzimmer gebracht und sind dann erst mal wieder in die Pension gefahren um zu frühstücken.
Gegen Mittag habe ich beim Auto die zweite Sitzreihe ausgebaut. Nach dem Mit-tagessen sind Simona und ich zur Firma Dedemann zum Lampenkauf gefahren. Hier hatten wir im Jahr 2005 auch schon das Material für den Sanitärbereich ein-gekauft. Zusätzlich war sie uns auch vom Elektriker empfohlen worden. Leider gab es nicht die von uns angedachten und auch vom Fachmann vorgeschlagenen Lampen zum Abhängen (wegen der hohen Räume). Auch nicht die vorgeschlagenen Größen in der benötigten Stückzahl. Die Lampen mussten direkt an der Decke befestigt werden. So haben wir etwas größere Lampen gekauft einschließlich der Leuchtstoffröhren. Auch einige Röhren als Ersatz. Den Einkauf haben wir gleich zur Schule nach Corlata gebracht.
Bevor wir Corlata verlassen haben, sind wir bei einer Familie gewesen, deren Sohn wir mit einer Ausbildungsbeihilfe den Besuch eines Lyzeums (Fach-gymnasium, in diesem Fall für Theologie) ermöglicht haben. Er hat das Jahr erfolgreich beendet, eine Schulbescheinigung vorgelegt und möchte auch weiterhin das Lyzeum besuchen. Wir haben wieder mit einer Beihilfe zu seiner Ausbildung beigetragen.
Die Schwägerin des Ehepaares, die Mutter des Mädchens, dem wir auch geholfen haben, war durch das Handy herbeigerufen worden. Auch sie gab uns eine Schulbescheinigung als Nachweis, dass die Tochter tatsächlich das Lyzeum (in diesem Fall für Hauswirtschaft) besucht hat. Das Mädchen ist sehr gut im Volleyball. Ihr Trainer wollte sie überreden, sich ganz dem Sport zu widmen und nicht weiter zur Schule zu gehen. Die Familie hat sich für die Ausbildung entschieden und so haben wir auch für das nächste Jahr mit einer Beihilfe dazu beigetragen.

26. August, Freitag

Am Vormittag sind wir nach Berchisesti zur Gemeindeverwaltung gefahren. Frau Taran war leider nicht anwesend. Aber wir konnten mit dem Sekretär, Herrn Chilariu, sprechen, der ganz überrascht war über unsere Anwesenheit, sich aber gefreut hat, uns zu sehen. Wir haben eine Liste mit den Sachen, die wir für Schule und Kindergarten übergeben haben, ausgehändigt. Von den Rechnungen aus Rumänien wurden Kopien gefertigt und ausgehändigt, damit die Gemeinde im Garantiefall etwas in Händen hat.
Auch haben wir nach Möglichkeiten der Internetnutzung gefragt. Zur Zeit gibt es in Corlata keinen Internetzugang. Herr Chilariu will sich erkundigen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Kosten entstehen würden. Da die Lehrerinnen mit dem Computer arbeiten können, haben wir ihnen gesagt, dass wir uns für nächstes Jahr um einen Computer bemühen würden. Die Kinder haben einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand. Für einige reicht das angebotene Unterrichtsmaterial nicht aus. Die Lehrerinnen würden für diese Kinder gerne Unterrichtsmaterial aus dem Internet herunterladen.
Dann sind wir noch einmal zur Schule nach Corlata gefahren und haben einen Fußball und eine Rolle breites Klebeband, beides hatten wir in Gura Humorului gekauft, zur Schule gebracht und uns für dieses Jahr von Corlata verabschiedet.
27. – 29. August

Bereits um 05.30 Uhr haben wir uns nach einem kleinen Frühstück auf die lange Reise gemacht. Simona musste gegen 12.00 Uhr in Cluj sein, damit sie ihren Bus nach Sibiu noch erreichen konnte. Am 29. spät abends sind Christel und ich dann wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.